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Rechnungssoftware: Schweizer Vergleich 2026 (8 Tools getestet)

21 Min. Lesezeit
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Schweizer Rechnungssoftware: der Vergleich 2026

Aktualisiert: Mai 2026.

Eine Rechnungssoftware in der Schweiz auszuwählen heisst, zwischen nativer QR-Rechnung, den drei Schweizer MWST-Sätzen (8.1 %, 3.8 %, 2.6 %), Mehrwährungsfähigkeit CHF/EUR/USD, Bankanbindungen an PostFinance, UBS, Raiffeisen, ZKB und einem für die Treuhand lesbaren Buchhaltungs-Export zu jonglieren. Französische und deutsche SaaS-Tools scheitern fast immer an mindestens einem dieser Punkte. Dieser Vergleich nimmt 8 in der Schweiz tatsächlich eingesetzte Tools unter die Lupe — mit echten Preisen, ehrlichen Stärken und ungeschönten Grenzen.

TL;DR: eine Empfehlung pro Profil

  • Einzelselbständige (Einzelfirma), wenig Volumen, mobil: Magic Heidi, wenn du auf dem iPhone arbeitest, To Bill für Web + Mobile mit Beleg-OCR, Smallinvoice für eine etablierte Schweizer Marke.
  • KMU 5–20 Mitarbeitende: Bexio, wenn Rechnung und Buchhaltung im selben Tool laufen sollen, To Bill, wenn die Buchhaltung an die Treuhand ausgelagert wird.
  • E-Commerce (Shopify, WooCommerce): Bexio wegen nativer Konnektoren, Smallinvoice als zweite Option.
  • B2B Mehrwährungen (EU- / US-Kunden): To Bill oder Bexio.
  • Enge Zusammenarbeit mit der Treuhand: Bexio, Abacus oder To Bill (kostenloses Treuhand-Portal).
  • Budget null: Klara Gratisplan oder Magic Heidi Free-Tier.
  • Grosses Industrie-KMU, Treuhandbüro: Abacus oder Crésus.

To Bill ist eine Rechnungssoftware, kein vollständiges Buchhaltungs-ERP. Wenn du Lohn, Bilanz und einen 200-zeiligen Kontenplan intern führen willst, schau lieber bei Bexio, Abacus oder kombiniere ein Rechnungstool mit einer Buchhaltungssoftware.

Warum eine Schweizer Lösung den französischen oder internationalen vorzuziehen ist

Französische SaaS (Henrri, Pennylane, Sellsy, Freebe, Indy) und internationale Tools (QuickBooks, FreshBooks, Xero, Zoho) wirken oft günstiger. In der Praxis zahlst du in Form manueller Arbeit:

  • Keine native QR-Rechnung nach Swiss Payments. Am Ende klebst du einen extern erzeugten QR-Code auf ein PDF — nicht konform und in Schweizer Banking-Apps nicht zuverlässig scannbar.
  • Standardmässig falsche MWST-Sätze (19 %, 20 %, 21 %). Du musst 8.1 %, 3.8 %, 2.6 % manuell anlegen, und der MWST-Report passt nicht auf das ESTV-Formular.
  • Keine Schweizer IBAN-Validierung, keine strukturierte QRR-Referenz, kein Betreibungs-Workflow.
  • Buchhaltungs-Export nicht lesbar für Schweizer Treuhänder, die Bexio, Abacus, Crésus oder einen CSV mit dem KMU-Kontenplan erwarten.
  • Hosting und Support ausserhalb der Schweiz: Graubereich beim Datenschutz für sensible Kunden.

Eine schweizspezifische Software spart typischerweise 2 bis 5 Stunden Bastelei pro Monat und verhindert Zahlungsverweigerungen wegen nicht konformer QR-Rechnungen. Das wird selten durch einen leicht tieferen Monatspreis kompensiert.

Die wirklich entscheidenden Kriterien 2026

Gesetzliche Pflichten

  • Native QR-Rechnung nach Swiss Payments (PaymentSlip v2.2+, SCOR oder QRR), mit IBAN oder QR-IBAN, Betrag und strukturierter Referenz. Siehe unseren vollständigen QR-Rechnungs-Leitfaden.
  • Drei Schweizer MWST-Sätze (8.1 %, 3.8 %, 2.6 %) pro Position, effektive Methode oder Saldosteuersatz (SSS / TDFN). Siehe auch den MWST-Sätze-Leitfaden 2026.
  • Obligationenrecht Art. 957: 10-jährige Aufbewahrung, Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit ausgestellter Rechnungen.
  • Hosting Schweiz / EU mit Auftragsverarbeitungsvertrag.

Operative Funktionen

Kommerzielle Kriterien

  • Gratistest ohne Kreditkarte (7–30 Tage).
  • Veröffentlichte, lesbare Preise (kein "Kontaktieren Sie uns").
  • Support auf Deutsch, Französisch, idealerweise Italienisch.
  • iOS- und Android-App für Rechnungen unterwegs.

Vergleichstabelle: 8 Schweizer Tools auf 12 Kriterien

Kriterium Bexio To Bill Smallinvoice Magic Heidi Klara Crésus Facturation Abacus Sage Start
Einstiegspreis (Monat) CHF 35 CHF 25 CHF 19 Gratis, dann CHF 9 Gratis CHF 290/Jahr (~24/Mt) Auf Anfrage CHF 25
Native QR-Rechnung Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja
3 Schweizer MWST-Sätze Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Mehrwährungen (>10) Ja Ja (30+) Ja Limitiert (CHF/EUR) Limitiert Ja Ja Ja
Mobile App iOS / Android iOS / Android iOS / Android iOS (Fokus) iOS / Android Nein Nein Limitiert
Beleg-OCR Basic Ja (KI) Ja Ja Limitiert Nein Ja Basic
Treuhand-Export / Portal Ja (integriert) Ja (gratis) CSV-Export CSV-Export CSV-Export Crésus / CSV Ja (nativ) Ja
UI-Sprachen FR / DE / IT / EN FR / EN / DE FR / DE / IT / EN FR / DE / EN FR / DE / IT FR / DE FR / DE / IT / EN FR / DE / IT
Hosting Schweiz Schweiz Schweiz Schweiz Schweiz Lokal / Cloud Schweiz / on-prem Schweiz
Schweizer Bankanbindungen Sehr breit Breit Breit Mittel Sehr breit Lokal Sehr breit Mittel
Vollständige Buchhaltung enthalten Ja Nein (Rechnungs-Fokus) Teilweise Nein Teilweise Nein (Crésus Compta separat) Ja Ja
Zielgruppe KMU 1–50 Solo + KMU 1–30 Solo + KMU 1–20 iPhone-Solo Micro + KMU Industrie-KMU KMU 20+ und Gruppen Solo + KMU 1–10

Preise beobachtet im Mai 2026, ohne Aktionen. Anbieter können Preise jederzeit ändern — prüfe vor Abschluss immer auf der offiziellen Website.

Detaillierte Analyse der 8 Tools

Bexio

Wer das ist: historischer Marktführer für KMU in der Schweiz, im Besitz der Mobiliar. All-in-One-Plattform: Rechnung + Buchhaltung + CRM + Projektmanagement.

Für wen geeignet: KMU von 1 bis 50 Mitarbeitenden, die ein einziges Tool für Rechnung, Buchhaltung, MWST-Abrechnung und Treuhand-Export wollen. Sehr stark in der Deutschschweiz verwurzelt.

Preis: Starter CHF 35/Monat, Pro CHF 65/Monat (Mitte 2026). Kostenpflichtige Module (Projektmanagement, Premium-E-Banking).

Stärken

  • Riesiges Ökosystem: Konnektoren für Shopify, WooCommerce, Magento, direkte E-Banking-Anbindung an PostFinance, UBS, Raiffeisen, Credit Suisse, ZKB.
  • Vollständige Buchhaltung nach OR und Schweizer KMU-Kontenplan.
  • Tief bei Schweizer Treuhändern verankert: die meisten arbeiten direkt im Bexio des Mandanten.
  • Solide Mobile-App mit brauchbarer Beleg-Erfassung.

Ehrliche Grenzen

  • Dichte, eher nüchterne Oberfläche; Lernkurve von mehreren Stunden.
  • Für eine Einzelperson, die nur Rechnungen will, deutlich überdimensioniert mit CHF 35.
  • Ausgabenverwaltung ist okay, aber OCR ist nicht auf dem Niveau spezialisierter Tools.
  • Untere Pläne stossen schnell an Limits bei Kontakten und Offerten.

Bexio bleibt die sichere Wahl für ein Schweizer KMU, das eine stabile Einheitsplattform sucht. Es ist auch der Massstab, an dem sich die anderen messen.

To Bill

Wer das ist: eine Schweizer Software, die zu 100 % auf Rechnung und Inkasso fokussiert. Westschweizer Ursprung, dreisprachig FR / DE / EN. Kein ERP, keine vollständige Buchhaltung.

Für wen geeignet: Einzelfirmen, Freelancer und KMU bis 20–30 Mitarbeitende, die die Buchhaltung an eine Treuhand auslagern und ein schnelles, sauberes, mobiltaugliches Rechnungstool wollen.

Preis: CHF 25/Monat für KMU und Selbstständige (CHF 250/Jahr, zwei Monate gratis). Treuhand-Portal kostenlos. 7-Tage-Test ohne Kreditkarte. Details auf der Preisseite.

Stärken

  • Schnelle Rechnungserstellung, native QR-Rechnung, konforme Vorlage 2026.
  • KI-OCR auf Belegen, automatische Kategorisierung, vorausschauende MWST-Berechnung.
  • 30+ Währungen mit Tageskursen — nützlich für IT-Freelancer und B2B-Berater.
  • Kostenloses Treuhand-Portal mit Multi-Mandanten-Sicht für Schweizer Treuhänder.
  • Automatische Mahnstufen und Echtzeit-Zahlungsverfolgung.

Ehrliche Grenzen

  • Kein vollständiges Buchhaltungs-Tool. Für Bilanz, Hauptbuch im Detail oder Lohn brauchst du eine Ergänzung (Treuhand oder Buchhaltungssoftware).
  • Geringeres natives Konnektor-Ökosystem als Bexio (kein nativer Shopify-Konnektor zum Zeitpunkt dieses Artikels — Lösung über Zapier oder CSV-Import).
  • Bei Deutschschweizer Treuhändern weniger bekannt als Bexio; die Abdeckung in der Romandie ist gut.

To Bill passt besonders gut für Einzelpersonen und kleine Teams, die "Rechnung raus, Geld rein" ohne ERP wollen und bereits mit einer Treuhand arbeiten. Weniger geeignet, wenn du selber einen detaillierten Kontenplan führen willst.

Smallinvoice

Wer das ist: Zürcher Anbieter, seit 2010 am Markt. Positioniert sich als leichtere Alternative zu Bexio.

Für wen geeignet: Freelancer und KMU mit 1 bis 20 Personen, die eine etablierte Schweizer Marke ohne ERP-Komplexität wollen.

Preis: XS ab CHF 19/Monat, S CHF 29, M CHF 49, L auf Anfrage. 30 Tage Test.

Stärken

  • QR-Rechnung, Offerten, Mahnungen, Mehrwährungen, mehrsprachiges UI.
  • Gute E-Banking-Integration (UBS, ZKB, Raiffeisen, PostFinance).
  • Brauchbare Mobile-App.
  • Solide Schweizer Marke, hervorragender deutschsprachiger Support.

Ehrliche Grenzen

  • Die Oberfläche wirkt etwas datiert; jüngste Refreshs haben sie nur teilweise modernisiert.
  • Ausgabenverwaltung und OCR liegen hinter Bexio und To Bill zurück.
  • Über XS hinaus steigt der Preis schnell (M zu CHF 49 ist okay, entspricht aber Bexio Pro zu CHF 65 mit weniger Funktionen).

Smallinvoice ist eine vernünftige Wahl für ein stabiles Schweizer Tool, ohne Wow-Effekt. Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im XS-Plan für Einzelpersonen.

Magic Heidi

Wer das ist: eine Schweizer Rechnungs-App, iPhone-first, gegründet in Zürich. Minimalistischer Ansatz, Swiss-Design-DNA.

Für wen geeignet: Einzelselbständige, die vom Handy aus fakturieren, wenig Volumen (< 50 Rechnungen/Monat), mit Schnelligkeit als Priorität.

Preis: Gratisplan mit Rechnungs-Limit, kostenpflichtiger Plan ab etwa CHF 9/Monat. Transparente CHF-Preise.

Stärken

  • Rechnung in 30 Sekunden vom iPhone aus.
  • Konforme QR-Rechnung, elektronische Unterschrift, Beleg-Scan.
  • Sehr aufgeräumte Oberfläche, wirklich angenehm in der Nutzung.
  • Fairer Gratisplan zum Einstieg.

Ehrliche Grenzen

  • Stark iOS-orientiert; Android und Web existieren, hinken aber funktional hinterher.
  • Kein dediziertes Treuhand-Portal, eingeschränkter Export.
  • Basismässige Mehrwährungen (im Wesentlichen CHF / EUR).
  • Nicht für Teams oder komplexe Mahnabläufe gebaut.

Magic Heidi ist ideal für kreative Freelancer, Fotografen oder Coaches mit wenigen Mandaten pro Monat und maximaler Reibungsfreiheit. Siehe auch unseren Leitfaden mobile Rechnungs-App.

Klara

Wer das ist: eine Schweizer Plattform (Gruppe Axon Active), die KMU eine kostenlose Suite bietet: Rechnung, Buchhaltung, Lohn. Finanziert durch Partnerschaften mit Raiffeisen, AXA und anderen.

Für wen geeignet: Kleinstunternehmen und Einzelpersonen, die ein brauchbares Gratistool wollen und Basis-Features akzeptieren.

Preis: Gratis für die Basis-Rechnungsstellung. Kostenpflichtige Module (Lohn, fortgeschrittene Buchhaltung, automatische Belegerfassung).

Stärken

  • QR-Rechnung, Kundenverwaltung, Offerten — alles gratis.
  • Starke Bankanbindungen (insbesondere Raiffeisen).
  • Oberfläche wurde in den letzten Jahren modernisiert.

Ehrliche Grenzen

  • "Gratis" wird teuer, sobald du seriöse Module aktivierst (Lohn, Buchhaltung, Signatur).
  • Geschäftsmodell drängt zu Partner-Banking- und Versicherungsangeboten.
  • Kein Multi-Mandanten-Treuhand-Portal; Treuhand-Zusammenarbeit funktioniert, aber nicht ideal flüssig.
  • Support langsamer als bei bezahlten Lösungen.

Klara macht Sinn, um bei null zu starten und ohne Verpflichtung zu testen. Viele KMU migrieren später zu Bexio, Smallinvoice oder To Bill, wenn die Aktivität wächst.

Crésus Facturation

Wer das ist: Freiburger Anbieter, seit den 1990ern aktiv. Historische Desktop-Lösung (Mac + Windows + Linux), mit neuerem Crésus-Cloud-Modul.

Für wen geeignet: Industrie-KMU, Treuhandbüros in der Romandie, Organisationen, die eine lokale Installation und die Stabilität einer Desktop-Software bevorzugen.

Preis: Lizenz ab CHF 290/Jahr für Crésus Facturation. Crésus Comptabilité und Salaires separat.

Stärken

  • Sehr robust, wenige Bugs, eine 25-jährige Community.
  • Hervorragende Integration zwischen Crésus Facturation, Comptabilité und Salaires bei Kauf der Suite.
  • Schweizer Konformität auf höchstem Niveau: ISO 20022, QR-Rechnung, Lohn.
  • Stark verankert bei Westschweizer Treuhändern.

Ehrliche Grenzen

  • UX wirkt datiert, weit weg von einer modernen SaaS.
  • Desktop-Logik: Installationen, manuelle Updates, lokale Backups (ausser bei Crésus Cloud).
  • Keine ernstzunehmende Mobile-App.
  • Mehrwährungen und Automatisierungen weniger geschmeidig als bei Bexio oder To Bill.

Crésus bleibt relevant für bereits ausgerüstete Strukturen oder solche, die Daten lokal halten wollen. Für eine Einzelperson, die 2026 startet, nicht erste Wahl.

Abacus

Wer das ist: historisches Schweizer ERP aus St. Gallen, für mittlere bis grosse Unternehmen konzipiert. Referenz bei Top-Treuhandbüros.

Für wen geeignet: KMU ab 20 Mitarbeitenden, Gruppen, Treuhänder mit komplexen Mandaten (Lohn, Anlagen, multi-site, multi-mandant).

Preis: auf Anfrage, typischerweise ab CHF 100/Monat und deutlich darüber je nach Modulen und Anzahl Benutzer.

Stärken

  • Buchhaltung, Lohn, Anlagevermögen, Verkaufssteuerung, alles integriert.
  • Maximale Schweizer Konformität; von allen ernsthaften Treuhändern akzeptiert.
  • Branchen-Module (Bau, Medizin, Treuhand).
  • Hosting in der Schweiz, on-premise möglich.

Ehrliche Grenzen

  • Kosten und Komplexität unverhältnismässig für Einzelpersonen oder Freelancer.
  • Hohe Lernkurve (Schulung meist erforderlich).
  • Sehr datierte Oberfläche, auch wenn aktuelle Releases (AbaWeb, AbaClik) die Erfahrung modernisieren.
  • Nicht passend, wenn du nur 10 Rechnungen pro Monat brauchst.

Abacus ist kein direkter Konkurrent von To Bill oder Smallinvoice. Es ist die Option ab etwa 15 Mitarbeitenden, wenn die Treuhand bereits damit arbeitet.

Sage Start

Wer das ist: Schweizer Ausgabe der Sage-Buchhaltungspalette (britische Gruppe), für den Schweizer Markt lokalisiert.

Für wen geeignet: Freelancer und kleine KMU, die eine bekannte internationale Marke mit ordentlicher Schweizer Lokalisierung wollen.

Preis: Sage Start ab CHF 25/Monat, Sage Active ab CHF 39/Monat.

Stärken

  • QR-Rechnung, Schweizer MWST-Sätze, KMU-Kontenplan.
  • Globale Marke, etabliertes Buchhaltungs-Ökosystem.
  • Solider Support für einfache Rechnungsstellung.

Ehrliche Grenzen

  • Geringere Bekanntheit in der Schweiz als Bexio, Smallinvoice oder Crésus.
  • Mehrwährungen und fortgeschrittene Funktionen liegen hinter Bexio.
  • Erfahrung ist okay, aber selten herausragend.

Sage Start ist eine akzeptable Default-Wahl, aber selten die beste auf einem einzelnen Kriterium gegenüber Bexio (vollständiger) oder To Bill / Smallinvoice (moderner).

Welches Tool passt zu deinem Profil

Einzelselbständige (Einzelfirma, wenig Volumen)

Du willst schnell, mobil, günstig. Drei ernstzunehmende Kandidaten:

  • Magic Heidi: wenn du auf dem iPhone arbeitest und < 30 Mandate/Monat fakturierst.
  • To Bill: für ausgewogenes Web + Mobile, Beleg-OCR, Mehrwährungen, planbare Preise.
  • Smallinvoice XS: für eine etablierte Schweizer Marke zu CHF 19/Monat.

Überspringe in dieser Phase Bexio (übertrieben), Abacus (massiv übertrieben), Crésus (schwergewichtig für Cloud-Solo).

KMU mit 5 bis 20 Mitarbeitenden

Zwei Szenarien:

  • Alles in einem Tool (Rechnung + interne Buchhaltung)Bexio ist der beste Kompromiss, mit einer Treuhand zur Aufsicht.
  • Rechnung intern, Buchhaltung bei der TreuhandTo Bill für die Rechnungsstellung, Treuhand nachgelagert mit automatischem Export. Oft günstiger und im Alltag angenehmer.

E-Commerce (Shopify, WooCommerce, Wix)

Bexio hat die besten nativen E-Commerce-Konnektoren des Schweizer Marktes — erste Wahl. Smallinvoice ist eine vernünftige zweite Option. To Bill passt, wenn du Zapier oder regelmässige CSV-Importe akzeptierst.

Siehe auch den Leitfaden zu E-Commerce- und Dropshipping-Rechnungsstellung.

Mehrwährungs-B2B (EU-, US-, UK-Kunden)

To Bill (30+ Währungen, Tageskurse) oder Bexio erledigen den Job. Magic Heidi und Klara hinken hinterher. Crésus und Abacus können es, aber starrer.

Details im Mehrwährungs-Leitfaden.

Enge Zusammenarbeit mit einer Treuhand

Frage zuerst deine Treuhand, was sie bevorzugt. In der Praxis:

  • Bexio wird von 90 % der Schweizer Treuhänder verstanden.
  • Abacus ist die Wahl der Top-Treuhandbüros.
  • To Bill bietet ein kostenloses Treuhand-Portal mit Multi-Mandanten-Sicht, nützlich, wenn die Treuhand mehrere Mandate führt.

Budget null

Klara Gratisplan oder Magic Heidi Free-Tier. Du wirst in 12–18 Monaten wechseln, wenn die Aktivität wächst. Das ist okay — die Migration zwischen Schweizer Tools ist einfach.

Grosses Industrie-KMU oder Treuhandbüro

Abacus oder Crésus (vollständige Suite) mit Unterstützung eines zertifizierten Integrators.

Rechnungssoftware vs. Buchhaltungssoftware: der Unterschied

Viele KMU verwechseln beide und zahlen am Ende für Funktionen, die sie nie nutzen.

Eine Rechnungssoftware (To Bill, Smallinvoice, Magic Heidi) leistet:

  • Offerten, Rechnungen, Mahnungen, QR-Rechnung.
  • Zahlungsverfolgung.
  • Kunden- und Artikel-/Dienstleistungsverwaltung.
  • Leichte Ausgabenverwaltung (OCR, Kategorisierung).
  • Export an die Treuhand.

Eine Buchhaltungssoftware (Bexio, Abacus, Crésus, Sage) ergänzt:

  • Detaillierter Kontenplan, manuelle Buchungen, Journale.
  • Bilanz, Erfolgsrechnung, vorformatierte MWST-Abrechnung.
  • Lohn, Anlagevermögen, Rückstellungen.
  • Jahresabschluss, Revision.

Unsere ehrliche Einschätzung: Für die meisten Selbständigen und KMU bis 10 Mitarbeitende in der Schweiz ist die Gewinnerkombination eine moderne Rechnungssoftware + eine Treuhand, welche die Buchhaltung führt. Du zahlst insgesamt weniger, behältst Übersicht über Rechnungen und Zahlungen und musst kein ERP lernen. Mehr Kontext: KMU-Buchhaltung Schweiz — rechtliche Pflichten und unser Leitfaden Buchhaltungssoftware Schweiz.

Gratis vs. bezahlt: wann was Sinn ergibt

Gratis macht Sinn, wenn:

  • Du startest und nicht weisst, ob die Aktivität trägt.
  • Du weniger als 5 Mandate pro Monat fakturierst.
  • Du Funktionseinschränkungen akzeptierst (keine ernsthaften Mehrwährungen, keine fortgeschrittenen Mahnungen, kein Treuhand-Portal).
  • Du damit umgehen kannst, dass gratis oft über Partner-Banking- und Versicherungsangebote refinanziert wird.

Bezahlt wird offensichtlich, sobald:

  • Du mehr als eine halbe Stunde pro Monat mit manueller Bastelei verlierst.
  • Du eine unbezahlte Rechnung hast, die eine automatische Mahnung verhindert hätte.
  • Du in mehreren Währungen oder mehreren MWST-Sätzen fakturierst.
  • Du mit einer Treuhand arbeitest, die dir das Nacherfassen verrechnet.

Ein Tool zu CHF 25/Monat (CHF 300/Jahr) amortisiert sich praktisch automatisch ab 5+ Rechnungen pro Monat, allein durch Zeitersparnis und schnelleren Geldeingang. Siehe auch Zahlungsfristen und Zahlungsverzug in der Schweiz.

Schweizer Bankanbindungen: wer was abdeckt

Die Bankabstimmung ist eine der Funktionen, die den Alltag wirklich verändert. In der Schweiz läuft das hauptsächlich über CAMT.053 / CAMT.054 und pain.001 für Zahlungen.

Bank Bexio To Bill Smallinvoice Klara Crésus Abacus
PostFinance Direkt-E-Banking CAMT-Import + manuell Direkt-E-Banking Direkt-E-Banking CAMT Direkt-E-Banking
UBS Direkt-E-Banking CAMT-Import Direkt-E-Banking CAMT CAMT Direkt-E-Banking
Raiffeisen Direkt-E-Banking CAMT-Import Direkt-E-Banking Direkt-E-Banking (Partner) CAMT Direkt-E-Banking
ZKB Direkt-E-Banking CAMT-Import Direkt-E-Banking CAMT CAMT Direkt-E-Banking
Credit Suisse / UBS post-Fusion Direkt-E-Banking CAMT-Import Direkt-E-Banking CAMT CAMT Direkt-E-Banking
Kantonalbanken Variabel CAMT-Import Variabel Variabel CAMT Variabel
Neobanken (Yuh, Neon, Revolut) Limitiert Manueller Import Limitiert Limitiert Limitiert Limitiert

Bexio und Abacus profitieren von direkten E-Banking-Verbindungen (automatische Erfassung der Buchungen). Die anderen arbeiten typischerweise per CAMT-Datei-Import — schnell, aber mit wöchentlichem oder monatlichem manuellem Schritt.

QR-Rechnung: wer sie wirklich unterstützt

Die QR-Rechnung ist seit Oktober 2022 obligatorisch. Alle hier gelisteten Tools unterstützen sie, aber unterschiedlich tief:

  • QRR- vs. SCOR-Referenz: alle bieten SCOR (Kreditor-Referenz ISO 11649). QRR (QR-Referenz, früher BVR) erfordert eine spezifische QR-IBAN deiner Bank.
  • Normale IBAN vs. QR-IBAN: Bexio, To Bill, Smallinvoice, Crésus, Abacus beherrschen beides. Magic Heidi und Klara nutzen normale IBANs problemlos; QR-IBAN möglich, aber manuell zu aktivieren.
  • Abtrennbarer Zahlteil im PDF: alle nach Swiss QR Bill v2.2.
  • Massenerstellung: Bexio, To Bill, Abacus, Crésus ja. Magic Heidi eher einzeln.

Vollständige Übersicht in unserem Schweizer QR-Rechnungs-Leitfaden.

Migration zu einem neuen Tool: praktische Tipps

Der Toolwechsel wirkt einschüchternd, ist aber in der Praxis leichter als gedacht, besonders für Einzelpersonen und kleine KMU.

  1. Exportiere deine Daten aus dem alten Tool: Kunden, Artikel, ausgestellte Rechnungen, offene Offerten, hängige Bankeinträge. CSV bevorzugen.
  2. Pflichtfelder prüfen: Name, IBAN, MWST-Satz, Rechnungsnummerierung (Kontinuität).
  3. Import ins neue Tool (die meisten bieten einen geführten Import).
  4. Konfiguriere die Einstellungen: Firmenname, UID-Nummer, IBAN oder QR-IBAN, Logo, Zahlungsbedingungen, MWST-Sätze, Methode (effektiv oder SSS).
  5. Stelle eine Test-Rechnung aus: PDF-Render, QR-Code (mit Banking-App scannen), Pflichtangaben prüfen.
  6. Altes Tool archivieren: das Schweizer Recht (OR Art. 957a) verlangt 10-jährige Aufbewahrung.
  7. Informiere die Treuhand: teile den neuen Export-Workflow mit.
  8. Parallelbetrieb über einen Monat, wenn das Volumen hoch ist, zur Validierung.

Migration von Excel oder Word auf eine moderne Schweizer Software dauert für Einzelpersonen 1 bis 3 Stunden. Wechsel zwischen zwei Schweizer SaaS (Bexio ↔ To Bill ↔ Smallinvoice) typischerweise einen halben Tag. Siehe auch unsere Übersicht Schweizer Rechnungssoftware-Alternativen.

FAQ: alles, was uns regelmässig gefragt wird

Was ist eine Rechnungssoftware?

Ein Tool, mit dem du Rechnungen und Offerten erstellen, versenden und nachverfolgen, Kunden und Artikel verwalten und typischerweise Mahnungen und Bankabstimmung automatisieren kannst. In der Schweiz muss es konforme QR-Rechnungen erstellen und die drei MWST-Sätze beherrschen.

Welche Schweizer Rechnungssoftware ist gratis?

Klara bietet einen kompletten Gratisplan für die Basis-Rechnungsstellung. Magic Heidi hat ein Free-Tier mit Volumenlimit. Bexio und Smallinvoice bieten 30-Tage-Tests, aber keinen permanenten Gratisplan. To Bill bietet einen 7-Tage-Test ohne Kreditkarte und ein kostenloses Treuhand-Portal.

Brauche ich wirklich eine Software, oder reicht Excel?

Excel reicht technisch für 1 bis 3 Rechnungen pro Monat, wenn du einen extern erzeugten QR-Code auf das PDF klebst und alles manuell trackst. Darüber hinaus übersteigen die Zeitkosten schnell CHF 25/Monat. Eine Software vermeidet ausserdem MWST-Fehler und falsch erzeugte QR-Codes.

Ist die QR-Rechnung obligatorisch?

Seit 1. Oktober 2022 ja. Die alten Einzahlungsscheine BVR/ESR werden nicht mehr akzeptiert. Jede in der Schweiz versendete Rechnung mit Zahlungsaufforderung muss einen Swiss-Payments-QR-Code enthalten. Details im QR-Rechnungs-Leitfaden.

Bexio oder To Bill für Selbständige?

Für Selbständige, die die Buchhaltung auslagern: To Bill ist einfacher, günstiger (CHF 25 vs. 35) und das Beleg-OCR ist besser. Bexio ist relevanter, wenn du selber einen detaillierten Kontenplan führen willst oder wenn deine Treuhand Bexio vorschreibt.

Welche Lösung für eine Einzelfirma?

Magic Heidi (iPhone-first), To Bill (ausgewogen Web + Mobile), Smallinvoice XS (etablierte Schweizer Marke). Klara Gratisplan bei Budget null. Vermeide Bexio, Abacus und Crésus für Einzelpersonen.

Was kostet eine Rechnungssoftware in der Schweiz?

Zwischen CHF 0 (Klara, Magic Heidi Free-Tier) und CHF 100+/Monat (Abacus). Das Hauptsegment für Selbständige und kleine KMU liegt bei CHF 19–35/Monat. Bexio und To Bill bei CHF 25–35. Smallinvoice startet bei CHF 19.

Wie wechsle ich das Tool ohne Datenverlust?

Daten exportieren (CSV), eine Archivkopie des alten Tools für die 10-jährige Aufbewahrungsfrist (OR Art. 957a) behalten, Kontinuität der Rechnungsnummerierung sicherstellen, ein Monat Parallelbetrieb bei hohem Volumen.

Kann ich QuickBooks, FreshBooks oder Xero in der Schweiz nutzen?

Technisch ja, praktisch nein. Keine native QR-Rechnung, MWST-Sätze manuell zu konfigurieren, keine Schweizer IBAN-Validierung, Export von der Treuhand nicht lesbar. Du zahlst die Differenz in verlorener Zeit.

Welches Tool für eine Treuhand mit 30 Mandanten?

Bexio (mit geteiltem Zugriff), Abacus (Goldstandard) oder To Bill mit kostenlosem Treuhand-Portal, das alle Mandate konsolidiert. Crésus für etablierte Westschweizer Büros.

QR-IBAN oder normale IBAN: was wählen?

QR-IBAN (beginnt mit CH oder LI, gefolgt von 3030 bis 3199) unterstützt die strukturierte QRR-Referenz, nützlich für automatische Abstimmung. Normale IBAN funktioniert mit SCOR oder ohne Referenz. Für Anfänger: normale IBAN + SCOR-Referenz reicht. Für KMU mit zuverlässiger Automatik: QR-IBAN.

Welches Tool für E-Commerce?

Bexio (native Shopify-, WooCommerce-, Magento-Konnektoren). Smallinvoice als Backup. To Bill über Zapier oder regelmässige CSV-Importe. Details in E-Commerce- und Dropshipping-Rechnungsstellung.

Eignet sich To Bill für einen Coach oder unabhängigen Berater?

Ja, das ist sogar ein typischer Anwendungsfall: wenige Kunden, mögliche wiederkehrende Rechnungen, häufige Offerten, B2B-Mehrwährungen. Siehe Coach- und Berater-Rechnungsstellung und IT-Consultant-Rechnungsstellung.

Welches Tool für Mehrwährungs-Rechnungen?

To Bill (30+ Währungen), Bexio, Abacus, Crésus. Die Kombination Wise + To Bill ist bei internationalen B2B-Freelancern verbreitet.

Geringes Volumen, hohe Beträge (Architekt, Anwalt): welches Tool?

Magic Heidi oder To Bill reichen vollkommen. Das Schlüsselkriterium ist nicht das Volumen, sondern die Konformität (Pflichtangaben, QR-Rechnung, 10-jährige Aufbewahrung). Siehe Anwalt-Rechnungsstellung und Architekt-Rechnungsstellung.

Brauche ich eine separate Buchhaltungssoftware zusätzlich zur Rechnungssoftware?

Nicht zwingend. Viele Selbständige und kleine KMU nutzen ausschliesslich eine Rechnungssoftware + eine Treuhand, die die Buchhaltung führt. Eine Buchhaltungssoftware ist nur nötig, wenn du Bilanz, detailliertes Hauptbuch oder Lohn selber führen willst.

Wie exportiere ich meine Daten an die Treuhand?

Je nach Tool: Bexio bietet direkten geteilten Zugriff, To Bill exportiert CSV oder ZIP mit Belegen, Abacus läuft über die eigene Oberfläche, Crésus exportiert native Formate. Frage deine Treuhand, was sie erwartet.

Welches Tool für Handwerker (Baustellen, Offerten, Akonto)?

Bexio oder To Bill, eventuell Smallinvoice. Akonto-Logik und Teilrechnungen im Gratistest prüfen. Siehe Handwerker-Rechnungsstellung.

Wie lange dauert die Einrichtung?

Für Einzelpersonen: 30 Minuten bis 2 Stunden (IBAN, Logo, erste Kunden). Für KMU: ein halber bis ein ganzer Tag bei Import historischer Daten.

Kann ich Gutschriften ausstellen?

Alle gelisteten Tools erlauben Gutschriften (Korrektur einer ausgestellten Rechnung). Sobald eine erste Rechnung gebucht wurde und storniert oder korrigiert werden muss, ist eine Gutschrift in der Schweiz Pflicht.

Wie positioniert sich To Bill zu Bexio in 2026?

Ehrlich: Bexio ist vollständiger (Buchhaltung + Rechnung + CRM in einem Tool), To Bill ist einfacher, günstiger und besser im Beleg-OCR und der Mobile-Erfahrung. Die Wahl hängt davon ab, ob du alles selber machen willst (Bexio) oder die Buchhaltung an eine Treuhand auslagerst (To Bill + Treuhand).

Sind meine Daten sicher?

Alle gelisteten Schweizer Tools hosten in der Schweiz oder EU mit Verträgen gemäss revidiertem DSG (in Kraft seit 1. September 2023). Tägliche Backups, Verschlüsselung in Transit und im Ruhezustand. Vertragsverpflichtungen und Daten-Lokalisation in den AGB prüfen.

Was tun bei Betreibung oder unbezahlten Rechnungen?

Automatische Mahnungen aktivieren (freundlicher Hinweis bei 30 Tagen, feste Mahnung bei 45 Tagen). Wenn erfolglos: Zahlungsbefehl beim Betreibungsamt. Details in Schweizer Betreibung und Mahnungen und Zahlungsfristen.

Verdikt 2026

  • Default für ein KMU mit vielen Funktionen: Bexio.
  • Default für Solo / kleines KMU mit ausgelagerter Buchhaltung: To Bill.
  • Default für iPhone-Solo: Magic Heidi.
  • Default bei Budget null: Klara.
  • Default für grosse KMU oder Treuhandbüros: Abacus oder Crésus.
  • Stabile, unauffällige Schweizer Option: Smallinvoice.

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